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Depressionen

Jeder Mensch hat hin und wieder mal schlechte Laune oder negative Gedanken. Diese GefĂŒhle gehören genauso zu unserem Alltag wie Freude und GlĂŒcksgefĂŒhle. Aber ab wann sollte man sich Sorgen machen und Hilfe aufsuchen? Jetzt hier informieren.

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Depressionen erkennen und ĂŒberwinden wĂ€hrend Corona - Krise

Isolation und Einsamkeit kann eine Depression verstÀrken

Die derzeitigen Corona-EinschrĂ€nkungen sind fĂŒr uns alle eine Herausforderung. Doch gerade fĂŒr Menschen mit einer depressiven Symptomatik ist die Situation der Kontaktsperre ein hartes Los. Wir Menschen brauchen menschlichen Kontakt, um uns gut zu fĂŒhlen. Insofern stellt die Ausgangssperre eine Doppelbelastung fĂŒr psychisch Belastete dar. In Deutschland erkranken 5,3 Mio. Menschen an einer Unipolaren Depression, die behandelt werden sollte. Dennoch suchen sich nur wenige Hilfe, und erhalten oftmals keine adĂ€quate Behandlung.

Aber vielleicht ist die Corona-Krise auch eine Chance, um sich etwas Zeit zu nehmen und sich mehr um sein eigenes mentales Wohlbefinden zu kĂŒmmern. Die freie Zeit, die oft gezwungenermaßen durch Corona entsteht, verschafft uns den notwendigen Freiraum, um emotionale Herausforderungen anders zu betrachten. Viele fĂŒhlen sich einsam in der Isolation und können diese GefĂŒhle gar nicht richtig deuten. Die neuen Lebensbedingungen verĂ€ndern unsere Ansichten auf das Leben und auf andere Menschen, wodurch ein gesellschaftliches GemeinschaftsgefĂŒhl entstehen kann. Es scheint so, als ob wir durch die neue Situation unserer Psyche mehr Beachtung schenken und eine Psychohygiene betreiben.

Eins ist trotzdem ganz wichtig fĂŒr uns Menschen. Es ist der Austausch untereinander, denn den brauchen wir als soziale Wesen, um uns verstanden und akzeptiert zu fĂŒhlen. Der Austausch mit anderen hilft einem nicht nur gegen seine GefĂŒhle der Einsamkeit anzugehen, sondern lĂ€sst uns auch begreifen, dass wir mit diesen GefĂŒhlen nicht alleine sind. Aber was tun wir, wenn wir ewig auf der Warteliste einer psychotherapeutischen Behandlung stehen und weitere Möglichkeiten aufgrund der aktuellen Situation wegfallen?

Aus Erfahrung wissen wir, dass der Austausch unter Gleichgesinnten sehr heilsam sein kann. Hier erfahren wir, wie es anderen geht, die in Ă€hnlichen Situationen stecken und so können wir von ihnen lernen. Der Kontakt mit Gleichgesinnten gibt uns das GefĂŒhl verstanden zu sein, und zeigt uns, dass wir nicht alleine sind. Deswegen bieten wir Dir bei Likeminded von Psychologen betreute online Selbsthilfesessions an. Sodass Du jede Woche eine Gruppensession hast, in der Du Dich offen mit anderen ĂŒber Deine GefĂŒhle austauschen kannst. Die wöchentlichen Sitzungen ermöglichen Dir einen digitalen Ort, der Dir Halt und einen sicheren Raum gibt. Zudem ist er anonym und nimmt Dir nicht Deine PrivatsphĂ€re. Ein freier Austausch ist gewĂ€hrt, ohne den Nachteil eines subjektiven Urteils, dass so viele, durch Familie oder Freunde erhalten. Denn die Nutzer in einer Session kennen sich nur aus diesem Rahmen und damit können wir eine hohe ObjektivitĂ€t gewĂ€hrleisten.

Existenzangst & Jobverlust aufgrund des Coronavirus

Die aktuelle Corona-Krise stellt viele Menschen vor finanzielle Schwierigkeiten. Der Jobverlust und das Innehalten von geregelten beruflichen AblĂ€ufen fĂŒhrt nicht selten zu existenziellen Nöten. Angst ist oftmals ein Auslöser fĂŒr weitere negative GefĂŒhle, die hin zu depressiven Gedanken fĂŒhren und Verstimmungen fĂŒhren können. Der negative Gedanke, nicht genug zu sein und die daraus resultierende Scham macht es schwer, sich anderen gegenĂŒber zu öffnen und ĂŒber die eigenen GefĂŒhle zu sprechen. Neben der Scham, die uns davor zurĂŒckhĂ€lt Hilfe einzufordern, spielt auch die Antriebslosigkeit eine große Rolle.

Angst vor dem Coronavirus

Die Angst vor dem Virus ist ebenso stark, wie die Angst erneut eine depressive Episode zu durchleben. Die Angst davor körperlich an dem Virus zu erkranken, ist fĂŒr viele Menschen ein sehr einschneidendes GefĂŒhl. Man fĂŒhlt sich hilflos und unfĂ€hig alleine aus dieser belastenden Denkspirale herauszukommen. Doch nicht nur die eigene Erkrankung kann zu Sorgen und Ängsten fĂŒhren. Viele Menschen sorgen sich auch sehr um das Wohlbefinden Ihrer Mitmenschen so wie Freunde und Familie. Dabei kommen viele Fragen auf, die uns schnell verwirren und beĂ€ngstigen. Wie verhalte ich mich an öffentlichen Orten? Wie wichtige ist die Maskenpflicht? Was darf ich und was darf ich nicht? Wie gelange ich wieder mehr Kontrolle und Sicherheit?

Symptome bei Depressionen

Du fĂŒhlst Dich abgeschlagen, mĂŒde und energielos. An Dingen und AktivitĂ€ten, die Dir einst Freude bereitet haben, hast Du das Interesse verloren. Dir fehlt die nötige Energie herauszugehen und Sport zu treiben. Und Du hast vielleicht allgemein das GefĂŒhl die einstige Freude an Deinem Leben und an dem anderer etwas verlorenen gegangen ist. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass Schwingungen und Krisen etwas völlig normales sind. Jeder hat in seinem Leben mit Phasen zu kĂ€mpfen, in denen es einem an Energie, Lebensfreude und Motivation mangelt. Man muss daher nicht beunruhigt sein - insbesondere in der aktuellen Zeit. Es ist dennoch wichtig, sich die Zeit zu nehmen, um in sich zu horchen und genau zu schauen, was einen beschĂ€ftigt und die GefĂŒhle zu ordnen. Den ersten wichtigen Schritt hierfĂŒr hast Du bereits getan. Du bist dabei Dich zu informieren und hast Deine Situation und GefĂŒhle bereits reflektiert. Wichtig ist es im nĂ€chsten Schritt nun zu schauen, ob es sich um eine kurzfristige und vorĂŒbergehende Verstimmung handelt oder ob die Symptome eher als Anzeichen einer depressiven Episode zu deuten sind. Lies hier weiter, um psychische Symptome von körperlichen zu unterscheiden!

Welche körperlichen Symptome hat man bei einer Depression?

Typische körperliche Symptome bei Depression sind:

Körperliche Symptome bemerken wir oft als erstes, diese machen uns aber nicht direkt auf eine depressive Symptomatik aufmerksam. Denn zusĂ€tzliche körperliche Beschwerden, die schon vorher prĂ€sent waren, wie beispielsweise RĂŒckenschmerzen, können wĂ€hrend einer depressiven Episode noch belastender sein. Die verschiedenen körperlichen Symptome können es extreme schwer machen depressive ZĂŒge zu erkennen, denn fĂŒr zwei Drittel aller depressiven FĂ€lle treten die Hauptbeschwerden als körperliche Symptome auf. Es lohnt sich hier also sehr eine Zweitmeinung einzuholen und das mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Wie Ă€ußert sich eine Depression auf psychischer Ebene?

Eine depressive Episode Ă€ußert sich oft mit den GefĂŒhlen der Antriebslosigkeit, Interessen- und Freudlosigkeit. Diese GefĂŒhle können schnell zu einem sozialen RĂŒckzug und GefĂŒhlen von innerer Leere fĂŒhren. Vor allem aber plagen Betroffene massive SchuldgefĂŒhle und Selbstzweifel, sodass sie sich fĂŒr ihre aktuelle GefĂŒhlslage schĂ€men. Diese GefĂŒhle können einen auf Dauer sehr stark belasten und sollte schnellstmöglich behoben werden. Hier hilft es oft sich mit anderen auszutauschen.

Überdauern die Symptome mehr als zwei Wochen, sodass sie den Alltag erschweren, ist angeraten, darĂŒber nachzudenken Ă€rztliche Hilfe aufzusuchen.

Neben den gerade eben genannten typischen Symptomen einer Depression gibt es zusÀtzliche Symptome:

All diese Symptome sind sehr belastend und es ist ganz wichtig, dass man sich frĂŒhzeitig prĂ€ventiv Hilfe holt. Doch viele schĂ€men sich oder haben Angst vor ihren Symptomen und deren Auswirkungen auf Ihr soziales und berufliches Alltagsleben, und vermeiden so sich die notwendige Hilfe zu holen. Eine Diagnose vom Facharzt oder Psychologen kann Dir Erleichterung verschaffen. Wir empfehlen daher, sich frĂŒh genug zu informieren und Hilfe zu holen.

Ist eine Depression heilbar?

„Ganz wichtig ist fĂŒr uns die Akzeptanz der Erkrankung als Ziel.“

So formuliert es Frau Dr. Maria Strauß, Leiterin der Ambulanz fĂŒr Affektive Störungen und ADHS im Erwachsenenalter am UniversitĂ€tsklinikum Leipzig.Den ersten Schritt in die richtige Richtung hast Du bereits gewagt - Du informierst Dich! Der zweite Schritt ist die Hilfe von anderen anzunehmen, Du musst das nicht alleine durchstehen und solltet es auch nicht. Viele Patienten können durch eine medikamentöse Behandlung, die Emotionsregulation wieder ausbalancieren und haben dadurch eine konstant bessere Stimmungslage. Bleibt geduldig, RĂŒckschlĂ€ge sind ganz normal. Die Behandlung einer Depression ist ein dynamischer Prozess.Wichtig ist zu verstehen, dass die depressiven Erkrankungen weltweit zu der Volkskrankheit zĂ€hlt und dass Betroffene dies akzeptieren, also aufhören es als etwas harmloses abzutun und an SelbstvorwĂŒrfen zerbrechen. Mit Geduld und Nachsicht schaffen wir eine gute Basis auf dem Weg zur Genesung.

Welche Depressions-Selbsttests gibt es?

Das Beck-Depression-Inventar gibt dir als strukturiertes Interview die Möglichkeit nach einer Diagnosestellung.

Beck-Depressions-Inventar (BDI) ist eins der zuverlĂ€ssigsten klinischen-psychologisch Diagnnostik Tools. In der aktuellen Originalversion werden 21 Depressions typische Symptome ĂŒber je vier Aussagen steigender Schwierigkeit erfasst (Beck & Steer, 1987; deutsch: Hautzinger, Bailer, Worall & Keller, 1994).

Der Goldberg Selbsttest in Fragebogen Form basiert auf dem Erkennen von depressiven Symptomen (Goldberg Mood Scales) (Depression Scale).

Der Geriatrische Depressionsskala (GDS) nach Sheikh und Yesavage (1986), besteht unter anderem aus dem Mini-Mental-Status (MMS) und Uhr-Test. Der GDS macht eine FrĂŒherkennung Depression alternder Menschen möglich.

Interessant ist auch das ein Stigma der Depression im Alter besteht, denn viele Menschen erkennen nicht, dass im höheren Alter nicht alle Symptome auf einen medizinischen Hintergrund fuhren. Interessanterweise sind viele Ă€ltere Menschen einer medikamentösen Behandlung sehr offen gegenĂŒber, anders als bei der jĂŒngeren Generation.


Online Angebote und Selbsthilfe

Neben den bekannten Therapieverfahren fĂŒr die Depressionsbehandlung gibt es auch ein diverses online Angebot.Zu dem Online Angebot zĂ€hlen:

Likeminded

Hier bei Likeminded kannst Du wöchentlich an fĂŒr Dich angepasste Selbsthilfe-gruppensessions teilnehmen. Alles unter der Leitung von ausgebildeten Psychologen. Der Austausch mit Menschen die sich in Ă€hnlichen Situationen und GefĂŒhles lagen befinden kann Dir und anderen sehr helfen.

Foren und Facebook Gruppen

Werden nicht nur von jungen Erwachsenen genutzt, sondern können auch fĂŒr Betroffene jeden Alters hilfreich sein. Denn auch der schriftliche online Austausch erleichtert uns den Umgang mit unseren Symptomen. Wenn wir uns mit Menschen austauschen, die das Gleiche durchmachen wie wir. Eine kleine Übersicht von einigen Foren:

Selbsthilfegruppen:

Selbsthilfegruppen bieten konkrete Hilfe, da diese auch online reprÀsentiert sind. Gerade in der aktuellen Krisen-Zeit ist es sinnvoll, sich auch mit dem Online Selbsthilfe Angebot auseinanderzusetzen.

Offline-Selbsthilfegruppen kann man online mit folgenden Such-Verzeichnissen finden:

Websites wie Sekis, lokal fĂŒr Berlin, sind Suchmaschinen, die Dir Deine Suche nach einer passenden Gruppe vereinfachen.

https://www.sekis-berlin.de/selbsthilfe/suche-nach-gruppen/?no_cache=1&tx_sekissearch_search%5Baction%5D=searchForWords&tx_sekissearch_search%5Bcontroller%5D=Search&cHash=0df8f12984513ec7595143f8b7968e3b#search-result

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Bipolare Störungen e.V. bietet dir Deutschlandweit ein Selbsthilfeverzeichnis an, in dem du auch nach Depressionsgruppen suchen kannst. https://dgbs.de/selbsthilfe/selbsthilfegruppen

Im Folgenden eine Liste weiterer Selbsthilfegruppen fĂŒr Depressive: https://www.nakos.de/

Eine generelle gute Übersicht fĂŒr Hilfe gibt es auf der Seite der deutschen Depressionshilfe:

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe

Wie kann ich eine Depression erkennen?

“Jeder fĂŒnfte Mensch entwickelt im Verlauf des Lebens eine klinisch fassbare Depression“ (AWMF, 2017).

Umso wichtiger ist es, eine Depression möglichst frĂŒh zu erkennen, sodass Du Dir prĂ€ventiv Hilfe suchen kannst. Eine Depression frĂŒhzeitig zu erkennen ist mit unserem Selbsttest möglich. Dies alleine zu erkennen, ist unheimlich schwer. Darum haben wir nachfolgend eine Hilfestellung fĂŒr den Selbsttest aufgefĂŒhrt. Nach dem internationalen Diagnosekriterien ICD-10 werden Haupt- und Nebensymptome der Depression erhoben. Die Ergebnisse sind anonym und vertraulich, können aber keine klinische Diagnose liefern. Dies ist nur bei Deinem Hausarzt des Vertrauens, einem Psychiater, Psychologen oder Neurologen möglich. Solltest Du schon lĂ€nger Bedenken haben an einer depressiven Symptomatik zu leiden, kannst Du Dich nach positivem Ergebnis bei Deinem Arzt melden.

Wo kann ich einen Depressions Test online machen?

Ja, wir bieten einen Selbsttest an, dieser ersetzt jedoch keine fachĂ€rztliche Diagnose. Die Depression kommt aus dem Lateinischen (= deprimere, ĂŒbersetzt als niederdrĂŒcken) und wurde nicht umsonst vor einigen Jahren von der WHO zur Volkskrankheit gekĂŒrt. Dies ist jetzt umso wahrscheinlicher, wenn wir bedenken, was die aktuelle Situation der Corona-Krise bei uns auslöst.

Depression ĂŒberwinden

Obwohl eine Depression oft auf Biochemische oder genetische Ursachen zurĂŒckzufĂŒhren ist und man oftmals nicht um eine Therapie oder medikamentöse Behandlung herumkommt, gibt es ermutigende Statistiken. Innerhalb von vier bis sechs Wochen scheint es erste Besserungen bei Menschen, die eine Behandlung angehen zu geben. Wie kann man diese positive Entwicklung unterstĂŒtzen und eine leichte Depression oder Verstimmung verhindern? Mit den folgenden Tipps kannst Du eine erste Besserung erfahren.

Tipps gegen eine leichte Depression?

Eine depressive Episode kann schleichend aber auch sehr plötzlich auftreten. AnfĂ€nglich ist es teils schwer zu beurteilen, ob man sich nur in einem Loch befindet oder gerade mitten in einer depressiven Phase ist. Nicht immer ist die Therapie die richtige Lösung fĂŒr Menschen. Wir Menschen sind dafĂŒr ausgerĂŒstet Alltagsprobleme und schlechte GefĂŒhle auch eigenstĂ€ndig unter Kontrolle zu bekommen. So gibt es einige sinnvolle Alltags-Maßnahmen, die uns helfen können.

Dennoch muss man darauf verweisen das diese Maßnahmen natĂŒrlich keine Alternative fĂŒr eine medikamentöse oder psychoanalytische Therapie sind. Ob Du an einer Depression leidest und Hilfe brauchst, kannst Du mit Hilfe unseres Online Depressionstests herausfinden.Festhalten kann man, dass man bei leichten Erkrankungen versuchen kann, mit RatschlĂ€gen und einer Umstrukturierung des Alltags eine Besserung erreichen kann.


Selbsthilfe - Alltagsstruktur und ErnÀhrung helfen bei Depression

Diese Dinge können Dir helfen Dich besser zu fĂŒhlen:

Neben dem Besuch beim Arzt und einer medikamentösen Behandlung, gibt es eine Reihe an Möglichkeiten einen positiven Einfluss auf unsere Stimmung zu haben. ZunĂ€chst sollten wir uns angucken, was wir in unserem Alltag fĂŒr unsere psychische Gesundheit tun. Verlangen wir, dass es uns besser geht, aber stehen wir uns bei einfachen Dingen noch selbst im Weg, essen wir gesund, pflegen wir unsere sozialen Kontakte, treiben wir Sport? Hier empfiehlt es sich eine Liste anzulegen, um zu verstehen, welche Bereiche in unserem Alltag Zuwendung benötigen.

Selbsthilfegruppen sind ein altbewÀhrtes Hilfsmittel:

Es gibt einige Möglichkeiten sich in einer schwierigen Phase selbst zu helfen. AltbewĂ€hrt sind die Selbsthilfegruppen. Schon lange gibt es diese Treffen nicht nur fĂŒr die anonymen Alkoholiker, sondern es gibt thematische Angebote fĂŒr fast alle schwierigen Lebenssituationen. Der besondere Mehrwert liegt darin einen geschĂŒtzten Ort zu haben, an dem man sich anderen Menschen mitteilen kann. Dieser Austausch ist meist schon ein erster Schritt, sich besser zu fĂŒhlen.

ZusĂ€tzlich ist das gemeinschaftliche GefĂŒhl und der Einblick in die Probleme der anderen heilsam. Man stellt seine Probleme in Relation zu denen der anderen, fĂŒhlt sich durch sie besser verstanden und nicht mehr so alleine. Oftmals können auch nur Menschen, die sich in Ă€hnlichen Situationen befunden haben, einen richtig nachvollziehen.

Die Gruppen sind oft regional organisiert und man findet eine passende Gruppe schnell ĂŒber eine entsprechende online Suche. Allerdings sind die Treffen meist zu festgelegten Zeiten und auch nicht immer in unmittelbarer NĂ€he zu einem.


Was bedeutet Online-Selbsthilfe?

ZusÀtzlich gibt es heutzutage online eine Vielzahl an erprobten Hilfsmitteln. Lange ist man nicht mehr dazu verpflichtet in ein Meditations-Retreat zu fahren oder sich eine weit entfernte Selbsthilfegruppe zu suchen. Es gibt einige Apps die Meditation und Yoga Kurse anbieten. Auch online Therapie wird immer beliebter. Besonders hilfreich sind online Selbsthilfegruppen wie Foren oder Facebook Gruppen. Allerdings sind diese nicht anonym und so gut wie nicht moderiert. Hier solltest Du deswegen vorsichtig sein.

Eine erfolgversprechende Alternative hierzu ist Likeminded. Wir bieten online Selbsthilfe Kurse an, in denen man mit 3-5 anderen Betroffenen in einem geschĂŒtzten Umfeld sprechen kann. Diese Sessions werden von einem erfahrenen Likeminded Mentor moderiert. So kann man RatschlĂ€ge und Erfahrungsberichte von Leuten in einer Ă€hnlichen Situation erhalten. Objektives Feedback von so einer Gruppe hilft Dir bei der Reflexion Deiner eigenen Situation und Deinen GefĂŒhlen.

Wie wird eine Depression behandelt?

Die Depression kann pharmakologisch oder rein psychologisch behandelt werden. Dies ist abhÀngig vom jeweiligen Schweregrad der Symptomatik und anderen individuellen Faktoren.Es gibt unterschiedliche InterventionsansÀtze in der Depressionsbehandlung. Neben der Psychotherapie ist auch die im Buddhismus verwurzelte Achtsamkeit- und Akzeptanzbasierte Therapie ein Behandlungsansatz der in der Akutbehandlung depressiver Episoden eingesetzt wird.

Verschiedene Formen der Therapie:

Welche Therapieform eignet sich zur Behandlung einer Depression? Psychotherapeutische Verfahren haben ĂŒbende Techniken und Kommunikation in ihrem Behandlungs Repertoire. VordergrĂŒndig ist es, den Patienten wichtiges Werkzeug an die Hand zu geben, so dass Du Deine inneren und zwischenmenschlichen Konflikte besser bewĂ€ltigen kannst. FĂŒnf verschiedene Psychotherapien werden zur Behandlung einer Depression auch als Kurzzeittherapie eingesetzt:

Verhaltenstherapie:

Die Verhaltenstherapie fokussiert das Verhalten und die Handlungen depressiver Menschen. Falsch Erlerntes soll aktiv umgelernt werden und positives neues soll hinzukommen, damit positive Verhaltensweisen aktiv aufgebaut werden.

In der Therapie werden Verhaltensmuster analysiert und die Lerngeschichte hemmender Verhaltensweisen wird betrachtet. Sodass Behandlungsziele definiert werden und mit Behandlungsprinzipien in einem Behandlungsplan festgelegt werden.
Ganz wichtig ist die aktive Mitarbeit des Betroffenen.Elemente der kognitive Therapie fließen mit in die Verhaltenstherapie ein sowie Entspannungstechniken, wie beispielsweise die progressive Muskelrelaxation.

Kognitive-Verhaltenstherapie:

Basiert auf einem behavioralen- kognitiven Ansatz und ist mit zahlreichen Studien als wirksam fĂŒr die Depressionsbehandlung belegt.

Die kognitive Psychotherapie geht davon aus, dass einer Depression automatisch negative Wahrnehmungs- und Denkmuster, die das Verhalten und die GefĂŒhle ĂŒberlagern, zugrunde liegen. Auch wie bei der Verhaltenstherapie sind diese negativen Denkstrukturen frĂŒheren Erfahrungen geschuldet.

Die Therapie dient, nach dem Erkennen dieser Muster, der positiven Umdeutung in Form von Herausforderungen.

Die kognitive Therapie in Kombination mit einer Verhaltenstherapie kann in einer sogenannten kognitiven Verhaltenstherapie zusammengefĂŒhrt werden.

Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie, psychodynamische Psychotherapie:

Die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie bezieht sich auf unbewusste innere Konflikte, die in der Lebensgeschichte des Depressiven in der Kindheit verwurzelt sind.In der Praxis geht es um das Bewusstmachen des Konflikts-, durch wiederholtes Erinnern können die Symptome erklĂ€rt werden und der Patient kann ein besseren Umgang damit finden.Es gibt Studien mit Wirksamkeitsnachweisen fĂŒr tiefenpsychologisch orientierten Kurzzeittherapien bei leichten bis mittelschweren Depressionen. Tiefenpsychologisch orientierten bzw. psychoanalytischen Langzeittherapien (ĂŒber 80 Stunden) sind wissenschaftlich schwieriger zu belegen.

Interpersonelle Therapie (IPT):

Die Interpersonelle Therapie, auch zwischenmenschliche Therapie, bedient sich vieler Therapietechniken der eingangs genannten Verfahren. Kritische Lebenssituationen verbergen innere und soziale Konflikte, die es in der Praxis zu verdeutlichen gilt, die therapeutischen GesprĂ€che zentrieren den Patienten und dessen Beziehungen zu seinem Umfeld. Wissenschaftlich ist diese Therapie gerade fĂŒr Ă€ltere depressive Menschen erfolgreich belegt.

Depressive Störungen und ihre klassifikation

Die depressive Symptomatik kann in einem breiten Spektrum auftreten. Einige Bekannte haben wir im Folgenden nÀher aufgelistet und beschrieben. Die Bipolare Störung ist von der Unipolaren Depression abzugrenzen und ist ein eigenes Störungsbild.

Unipolare Depression umfasst alle Merkmale einer Depression.

Weitere depressive Störungen sind unter anderem:

Burnout

Seit einigen Jahren ist das kollektive Bewusstsein fĂŒr das Burnout-Syndrom gestiegen.2019 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Burnout, als Risikofaktor fĂŒr die Gesundheit anerkannt. Definiert wird Burnout als Stress am Arbeitsplatz, dass nicht erfolgreich bewĂ€ltigt wird. 2022 wird es im ICD-11, dem internationalen Klassifikationssystem von Krankheiten, aufgenommen.

Immer mehr Menschen erhielten das Burnout-Syndrom als Diagnose. Unterschiedliche Symptome zeigen sich, jedoch bleibt eine Auflistung unspezifisch.

Was sind erste Anzeichen?

Dauerhafte Stresssituationen können Symptome von Abgeschlagenheit im Sinne von Körperlicher und Geistiger Erschöpfung sein, einhergehend mit Konzentrationsproblemen.

Das Erschöpfungssyndrom kann auch ein erstes Anzeichen fĂŒr eine Depression sein. Burnout bedroht jeden Zweiten in Deutschland.

Aber wie kann man prÀventiv vorgehen?

Freizeit sollte positiv gefĂ€rbt sein und sich abgrenzen von der ArbeitsatmosphĂ€re. Ein Bewusstsein fĂŒr Überforderung sollte entstehen und damit auch eine Einsicht der hohen Arbeitsbelastung, beginnend mit Ursachenforschung: Woher dieser Arbeitsdruck kommt, hat es womöglich mit Anerkennung durch erbrachte Leistung zu tun?

SuizidalitÀt

Wann ist eine depressive Symptomatik lebensgefÀhrlich?

Schwere Depressionen mĂŒssen laut den S3- Leitlinien der Unipolaren Depression mit Psychopharmaka behandelt werden und zusĂ€tzlicher Psychotherapie. Nicht zu unrecht, denn die Depression ist eine lebensbedrohlich Erkrankung, die ernst genommen werden muss. So ist der Suizid (lat. Suizid = Selbsttötung) eine verehrende Folge von einer Depression oder depressiven Episoden. Wenn die Hoffnungslosigkeit schwindet und Menschen das Leben als Qual ansehen, dann entsteht ein Todeswunsch und die einzige Rettung besteht im Suizid.

Solltest Du selbst betroffen sein oder jemanden kennen der suizidal ist, suche umgehend nach Àrztliche Hilfe.

JÀhrlich suizidieren sich 10.000 Menschen in Deutschland, um ein Vielfaches ist die Zahl der Suizidversuche. Das Suizidrisiko von MÀnner liegt ungefÀhr bei 70%. Mit zunehmendem Lebensalter steigt bei Frauen und MÀnnern das Suizidrisiko an. Vergleicht man die Suizidraten mit anderen Todesursachen, wird deutlich, dass genauso viele Menschen sich umbringen, wie es Tote durch VerkehrsunfÀlle, AIDS, illegale Drogen und Gewalttaten gibt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermutet hinter jedem suizidalem Handeln sechs bis 23 weitere Betroffene.

Quellen fĂŒr SuizidgefĂ€hrdete von der Deutschen Depressionshilfe

  1. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in-verschiedenen-facetten/suizidalitaet
  2. http://frappe-frankfurt.de/
  3. https://www.suizidprophylaxe.de/suizidalitaet/allgemeine-informationen/

Im Folgenden findest du Initiativen, vorgeschlagen von der deutschen Depressionshilfe, die dir eine Hilfestellung fĂŒr SuizidgefĂ€hrdung bieten:

  1. DGS: Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr SuizidprĂ€vention bietet Fortbildung in Fachkreisen zur SuizidprĂ€vention.)
  2. Freunde fĂŒrs Leben: FĂŒr Jugendliche und Junge Menschen. Freunde fĂŒrs Leben ist ein Verein, der ĂŒber Suizid und Depression aufklĂ€rt, vor allem junge Menschen.
  3. NEUhland: Ist ein gemeinnĂŒtziger TrĂ€ger, der Informationen fĂŒr suizidgefĂ€hrdete Kinder und Jugendliche bietet mit dem Ziel der SuizidprĂ€vention.
  4. FraPPE: FraPPE ist das “Frankfurter Projekt zur PrĂ€vention von Suizid mittels Evidenzbasierter Maßnahmen”, gefördert von dem Bundesministerium fĂŒr Gesundheit, wird evidenzbasiert zur SuizidprĂ€vention geforscht mit dem Ziel von Suizidraten Senkung.
  5. AGUS AGUS eV: Home: FĂŒr Angehörige. AGUS ist ein Verein, der Angehörige nach Suizid betreut, berĂ€t und vermittelt mit anderen Betroffenen.
  6. “Hilfe-nach-Suizid”: FĂŒr Angehörige. Bietet fĂŒr Hinterbliebene ein internetbasiertes Hilfsprogramm an.
  7. NASPRO: Deutschlands Nationales SuizidprĂ€ventionsprogramm NASPRO, ist eine Initiative die mehr als 90 Institutionen, Organisationen und VerbĂ€nde verknĂŒpft mit dem Ziel SuizidprĂ€vention in Deutschland. Krisenintervention auch fĂŒr SuizidgefĂ€hrdete.

Quellen:


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