Wie lerne ich die FĂ€higkeit allein zu sein?


Die FĂ€higkeit allein zu sein zu lernen dich genau auf diese Tage zu freuen, ist nicht einfach. Wahrscheinlich bist du auf diese Seite gestoßen, weil du dich eher einsam fĂŒhlst, wenn du alleine bist. Das geht vielen Menschen so, muss aber nicht so sein! Denn Alleinsein ist nicht dasselbe wie Einsamkeit. Um dir das zu veranschaulichen, haben wir ein kleines Gedankenexperiment vorbereitet:
Stell dir vor, du verbringst einen Sonntag ganz alleine: Du stehst morgens auf, machst dir einen Kaffee und holst frische Brötchen vom BĂ€cker fĂŒr ein leckeres FrĂŒhstĂŒck. Die Sonne scheint, also setzt du dich dafĂŒr auf deinen Balkon und hörst nebenbei deinen Lieblingsradiosender. Dann gehst du spazieren zu dem Park in deiner NĂ€he, nimmst dir ein spannendes Buch mit und liest eine Weile. Auf dem Weg kommst du vielleicht an einem Markt vorbei und kaufst dir einen Strauß frische Blumen fĂŒr deine Wohnung. Wenn du wieder nach Hause kommst, machst du eine Stunde Yoga, gießt in Ruhe deine Pflanzen und rĂ€umst ein bisschen auf. Nach einem kurzen Nickerchen machst du mit deinem Mal-/Heimwerker-Projekt weiter oder ĂŒbst ein Instrument, das du spielst. FĂŒr dein Abendprogramm hast du dir schon einen deiner Lieblingsfilme rausgesucht und vorher kochst du dir ein richtiges MenĂŒ mit Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch. Nach dem Film nimmst du noch ein kurzes Entspannungsbad und zĂŒndest dir ein paar Kerzen an. Dann gehst du in dein frisch bezogenes Bett, das sich richtig gut anfĂŒhlt und noch duftet, und schlĂ€fst ein. Den ganzen Tag warst du allein, aber keine Sekunde einsam. Denn du hast die Zeit ganz nach deinen Vorstellungen gestaltet und dir viele kleine Freuden bereitet.

Liebe dich selbst

Der wichtigste Schritt auf dem Weg zur FĂ€higkeit allein zu sein ist die Selbstliebe. Lerne dich selbst so zu wertschĂ€tzen wie deinen besten Freund oder deine beste Freundin. Wenn wir Zeit mit uns selbst verbringen, ohne richtig zu wissen wie, kann oft zu Langeweile und Einsamkeit fĂŒhren. Mit anderen Menschen wissen wir viel schneller, was jetzt gerade eine gute AktivitĂ€t ist, um die Stimmung anzuheben. Wenn wir uns selbst mehr lieben, bedeutet das zuerst, dass wir uns Zeit nehmen, uns selbst kennenzulernen, indem wir unsere WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse wahrnehmen. Als nĂ€chstes bedeutet es auch, dass wir uns die MĂŒhe machen, diese WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse zu erfĂŒllen. Was bereitet dir also Freude und wie kannst du sie dir selbst bereiten? Wenn es nicht die Tasse Kaffee am Morgen ist, ist es vielleicht die frische Dusche? Das kannst nur du selbst wissen und genau darum geht es: Lerne dich selbst kennen, so wie du bist, und versorge dich gut. Schenke dir genauso viel Zuwendung wie du sie auch anderen Menschen schenken wĂŒrdest, die du liebst.
Wenn du das schaffst, wirst du merken, dass die Einsamkeit nach und nach verschwindet. Denn einsam sind wir meistens nicht durch die Abwesenheit anderer Menschen, sondern durch die Dinge, die wir uns dann selbst sagen, z.B. dass andere sich nicht fĂŒr uns interessieren, dass wir eine Last seien oder dass wir nicht so wichtig seien. Wenn du anfĂ€ngst, dich selbst zu lieben, wirst du dir diese Dinge nicht mehr sagen. Denn Selbstliebe bedeutet, dass Du dich fĂŒr dich selbst interessierst, Deine BedĂŒrfnisse nicht als Last, sondern als Wegweiser fĂŒr dein Handeln zu betrachtest und dich selbst genauso wichtig zu nehmen wie andere. Damit kannst du heute schon anfangen, indem du dir eine erste kleine Freude bereitest. Und dann eine nĂ€chste und noch eine. Schritt fĂŒr Schritt wirst du ein besseres GefĂŒhl dafĂŒr entwickeln, was dir gut tut, und es als selbstverstĂ€ndlich betrachten, dir diese Dinge selbst zu schenken.

Verbringe bewusst Zeit mit dir allein

Setze dir regelmĂ€ĂŸig ZeitrĂ€ume, in denen du dir Zeit fĂŒr dich nimmst. Denn Zeit mit dir allein muss nicht etwas sein, was du fĂŒrchtest oder abzuwenden versuchst. Betrachte sie stattdessen als etwas Gutes, deinen ganz privaten RĂŒckzugsort, der dir hilft, dich zu entspannen und neue Kraft zu schöpfen. Zeit alleine ist wie eine Verabredung mit dir selbst, die du nicht fĂŒr andere verschieben willst. Sie ist wichtig, um dich wieder in Verbindung mit dir selbst zu bringen und zu spĂŒren, wie es dir gerade eigentlich geht und was du brauchst. Wenn du dich dabei einsam fĂŒhlst, brauchst du vielleicht Zuwendung und Aufmerksamkeit. Schenke dir diese selbst, indem du dir liebevolle Dinge sagst und auf deine BedĂŒrfnisse eingehst.
Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als könnten nur andere Menschen deine BedĂŒrfnisse nach NĂ€he oder Geborgenheit erfĂŒllen, ist das nicht unbedingt so. Manchmal hilft es schon sehr, wenn du dir zum Beispiel eine schöne Umgebung schaffst, dir kuschelige Kleidung anziehst, ein paar Kerzen an machst, dir eine WĂ€rmflasche mit ins Bett nimmst und deine Lieblingsmusik hörst. Vieles, was du sonst mit einer anderen Person machen wĂŒrdest, kannst du auch nur fĂŒr dich selbst machen. Dabei kannst du ganz kreativ werden und auch neue Dinge ausprobieren. Und wenn du soweit bist: Wie wĂ€re es vielleicht mit einem ersten Kurzurlaub nur mit dir selbst? Suche dir dein Lieblingsreiseziel aus und ĂŒberlege dir, was du gerne unternehmen möchtest. Eine aufregende StĂ€dtereise, ein Wanderurlaub in abgeschiedener Natur oder doch lieber zum Entspannen ins Wellness-Hotel? Lasse dich durch Recherche im Internet inspirieren und fange an, PlĂ€ne fĂŒr deine Zeit nur mit dir alleine zu schmieden!

Meditation und Yoga

Meditation stellen wir uns meistens so vor, dass man ruhig da sitzt und versucht, an nichts zu denken. Doch Meditation ist sehr viel spannender als das. Sie ist eine spirituelle Praxis, die uns dabei helfen kann, zu uns selbst zu finden und in einen Zustand der Ruhe einzukehren. Dabei gibt es ganz verschiedene Formen von Meditation. Einige werden in der Stille praktiziert, dazu zĂ€hlen zum Beispiel sogenannte AchtsamkeitsĂŒbungen. Sie helfen dir dabei, dein Inneres wahrzunehmen, indem du dir selbst gegenĂŒber offen und aufmerksam bist. Es gibt aber auch aktive Formen der Meditation, dazu zĂ€hlt zum Beispiel Yoga. Bewusst und konzentriert fĂŒhrst du dabei körperliche Übungen aus, um wieder mehr in Einklang mit dir selbst zu kommen. Nebenbei hilft Yoga beim Stressabbau und verbessert deine Gesundheit. Meditation und Yoga können dir dabei helfen, dich selbst wieder mehr als Teil eines Ganzen zu erfahren. Dein Körper und dein Geist können sich hier in einzigartiger Weise verbinden und dir ein neues LebensgefĂŒhl verleihen. Jeder kann Meditation und Yoga praktizieren, denn es geht nicht darum, irgendwelche großen Erfolge zu erzielen, indem man besonders sportlich oder diszipliniert ist. Vielmehr geht es darum, dass du dich selbst als Einheit spĂŒrst und dadurch ausgeglichener und selbstbewusster wirst. Die wohltuende Effekte stellen sich meistens schon direkt zu Beginn ein. Wenn du Meditation und Yoga oder auch nur eins von beiden ausprobierst können sie mit der Zeit zu einer wichtigen Kraftquelle fĂŒr dich werden! Wenn du Meditation gerne ausprobieren möchtest, findest du dazu zahlreiche Anleitungen bei Youtube oder im Internet. Hilfreich kann es aber auch sein, wenn du dir einfach eine App installierst. Hier eine kleine Auswahl:

Wenn du Yoga gerne ausprobieren möchtest, kannst du nach Yoga-Kursen in deinem Wohnort schauen. Das ist deswegen die beste Variante, weil du so einen Lehrer*in vor Ort hast, die individuell auf dich eingehen kann und dir dabei hilft die Übungen richtig und in deinem eigenen Lerntempo auszufĂŒhren. Wenn du Yoga aber lieber zuhause machen willst, empfiehlt sich Youtube oder folgende kostenlose Apps, bei denen Yoga und Meditation teilweise sogar kombiniert wird:

Suche dir Aufgaben und Ziele

Wenn du dich selbst besser kennenlernst, kannst du das zum Anlass nehmen, dir neue Aufgaben und Ziele zu suchen. Denn je mehr du dein Leben nach deinen Vorstellungen gestaltest, desto glĂŒcklicher wird es dich machen und desto zufriedener wirst du auch mit dir selbst sein. Am wichtigsten ist es hierbei, dass du dich nicht nach den Vorstellungen oder Erwartungen anderer Menschen richtest, sondern nur nach deinen eigenen. Du selbst weißt am besten, was du willst und wo deine StĂ€rken oder deine SchwĂ€chen liegen. Und nur du selbst kannst und wirst in dem, was du tust, ErfĂŒllung finden. Gestehe dir also auch zu, dass dir nicht alles Spaß machen oder gelingen muss. Frage dich stattdessen, was dich wirklich inspiriert und antreibt. Wenn du sehr kreativ bist, könnte ein Zeichenkurs oder ein neues Instrument spannend fĂŒr dich sein. Wenn du gerne in Gesellschaft bist, könntest du dich politisch oder sozial engagieren. Fange mit kleinen Schritten an und setze dir zunĂ€chst sogenannte Micro Goals, also Tagesziele. Wenn du diese kleinen Ziele erreichst, wirst du ein GefĂŒhl von Selbstwirksamkeit entwickeln und durch die Erfolgserlebnisse neues Selbstvertrauen gewinnen. Probiere dabei auch neue Dinge aus, denn vielleicht entdeckst du so ganz neue Interessen. Das Erreichen von Tageszielen wird dir dabei helfen, dir auch langfristige Ziele fĂŒr deine Lebensgestaltung zu setzen. Du wirst merken: Je besser du dich kennenlernst und wertschĂ€tzt, desto leichter wird es dir fallen, dich selbst zu verwirklichen und folglich mit dir selbst glĂŒcklich zu sein.

Quellen:

Über Pauline Stockmann

Hi! Ich bin Pauline. Ich bin die leitende Psychologin und Mentorin bei Likeminded. Ich habe mich schon wĂ€hrend meines Psychologie Studiums in Deutschland und England auf die Digitalisierung von Psychologie spezialisiert. Nach meinem Studium habe ich mehrere Jahre in verschiedenen Kontexten psychologisch gearbeitet. Ich bin davon ĂŒberzeugt, dass jeder Hilfe bekommen sollte, wenn sie gebraucht wird. Das ist einer der GrĂŒnde, warum ich fĂŒr digitale psychologische Angebote brenne.


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