Zukunftsangst: Wie kannst du mit der Unsicherheit umgehen?

Was mache ich eigentlich? Was möchte ich aus meinem Leben? Wo führt das alles hin? Diese Frage stellen sich viele Menschen, die von Zukunftsängsten geplagt werden.

Kennst Du dieses nagende Gefühl der Unsicherheit, das mit Veränderungen und einer unsicheren Zukunft einhergeht? Du bist damit nicht allein. Viele Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen leiden an Zukunftsängsten. Hier findest Du wichtige Informationen zum Thema und Tipps, wie Du Deine Zukunftsangst angehen und überwinden kannst.

Was ist Zukunftsangst?

Zukunftsängste sind weit verbreitet und betreffen unzählige Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Alle von ihnen haben Angst vor dem, was kommt.
Was sind Zukunftsängste eigentlich? Laut Duden wird der Begriff schlicht als „Angst vor der Zukunft“ beschrieben. Dabei ist das Phänomen komplexer. Es umfasst all die Dinge, die auf uns zukommen können oder nicht. Zukunftsängste sind meist mit Existenzängsten und der plagenden Ungewissheit über den eigenen Lebensweg verbunden. Es ist egal, ob es um die nahe oder ferne Zukunft geht.
Kurz gesagt handelt es sich um die Angst vor Veränderung, vor Ungewissheit, vor den Auswirkungen unserer Entscheidungen und vor dem „Worst-Case-Szenario. Zukunftsängste können verschiedene Ursachen haben.

Ursachen von Zukunftsangst

Die Ursachen von Zukunftsangst sind vielfältig. In vielen Fällen gibt es einen konkreten Grund wie einen Jobverlust, die Veränderung der Wirtschaft durch die Corona-Krise oder den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Es muss jedoch keinen konkreten Auslöser geben, um Zukunftsängste zu empfinden. Es reicht schon eine negative Einstellung oder Fantasien über negative Zukunftsszenarien.

Eine der Hauptursachen von Angst vor der Zukunft kann beispielsweise geringes Selbstvertrauen sein. Es führt dazu, sich bestimmte Szenarien und Ungewissheiten in der Zukunft schwarz auszumalen und ihr so negativ entgegenblicken.

Zudem können persönliche Erfahrungen Zukunftsängste hervorrufen oder sie verstärken. Wenn man oft Zeuge von negativen Zukunftsszenarien wird, schließt man daraus, dass sie für einen selbst eintreten können. Zukunftsangst ist also eine natürliche Reaktion.

Am häufigsten tauchen Zukunftsängste bei wichtigen Übergangsphasen im Leben auf: vor oder nach dem Studium oder wenn der Arbeitsplatz gefährdet ist. Wenn sich die Zukunft in der Schwebe befindet und kein konkreter Plan vorliegt, ist Zukunftsangst eine häufige Folge.

Zu den häufigsten Ursachen für Zukunftsangst gehören:

  • Neue Lebensabschnitte (z. B. nach Studium oder Schulabschluss)
  • Sich anbahnende Probleme (meistens finanzieller oder gesundheitlicher Natur)
  • Wirtschaftliche Ereignisse und Krisen
  • Trennungen und Beziehungsprobleme
  • Erwartungsdruck

Symptome von Zukunftsangst

Menschen, denen Zukunftsängste zu schaffen machen, leiden unter folgenden gängigen Symptomen von Angstzuständen:

  • Angst und Panik beim Blick in die Zukunft

  • Gefühle der Ohnmacht oder Hilflosigkeit

  • Krankheitsgefühl bei Gedanken an die Zukunft

  • Permanentes Rechnen mit dem Schlimmsten

  • Schlafprobleme

  • Stundenlanges Grübeln und Ausmalen von negativen Situationen

  • Konstante Anspannung und das Gefühl, nicht entspannen zu können

  • Die Gegenwart wird von der Zukunftsangst überschattet

  • Zwanghaftes Vermeiden von Konversationen über die Zukunft

  • Körperliche Symptome (Kopfschmerzen, Herzrasen, Appetitlosigkeit, Panikattacken)

Diese Symptome können sich steigern und Betroffene dauerhaft schädigen. Das gilt besonders, wenn sie sich auf die Gegenwart und den Alltag auswirken.

Wer leidet an Zukunftsangst?

Von Zukunftsangst kann jeder betroffen sein, egal in welchem Lebensabschnitt er sich befindet. Es kann nicht pauschalisiert werden, wer genau unter Zukunftsangst leidet. Gerade zur aktuellen Zeit verstärkt Corona Ungewissheit und Angst vor der Zukunft. Das zieht sich durch verschiedene Generationen und soziale Schichten. Es ist also vollkommen normal, Angst vor der Zukunft zu empfinden.

Ungewisse Zukunft durch die Corona-Krise

Nur wenig hat sich in den letzten Jahren so stark auf uns und unsere Zukunftsängste ausgewirkt wie die Corona-Krise. Im März 2020 wurde der Ausbruch von Covid-19 zur Pandemie erklärt. Weltweit wurden Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Seitdem haben wir global nicht nur mit den gesundheitlichen, sondern auch mit den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen.
Covid-19 wirkt sich auf uns alle aus. Flughäfen, Schulen, Restaurants und zahlreiche Läden mussten über einen unbestimmten Zeitraum hinweg schließen. Zahlreiche Menschen meldeten Kurzarbeit an und die gesamte Wirtschaft kam praktisch zum Erliegen. Hinzu kommt die allgemeine Ungewissheit. Niemand weiß mit Sicherheit, wie sich die Corona-Krise entwickeln wird. Im Augenblick sind Regierungen stark darauf fokussiert, die Krise abzuschwächen und die akute Lage zu beherrschen. Die ferne Zukunft ist mehr als ungewiss.
Dennoch solltest du nicht verzagen und die Situation für deine persönliche Entwicklung nutzen. So findest du einen Weg aus der Corona-Krise und lernst, mit deinen Zukunftsängsten umzugehen.

Tipps: So kannst du Zukunftsangst überwinden

Egal, ob deine Zukunftsängste durch die Corona-Krise ausgelöst wurden oder allgemeine Ursachen haben: du kannst lernen, mit ihnen aktiv umzugehen und sie zu bewältigen. Du musst dich nicht mit ihnen abfinden. Wenn nötig, steht dir professionelle Hilfe zur Seite. Sie bietet eine gute Ergänzung und hilft beim erfolgreichen Umgang mit der Angst, besonders wenn sie sich zu einer Angststörung oder Depression entwickelt.

Es gibt verschiedene Dinge, die du selbst tun kannst, um deine Zukunftsängste zu besiegen und zu überwinden. Wir haben einige Tipps für deinen Alltag zusammengefasst:

Arbeite an deinem Selbstbewusstsein

Mangelndes Selbstvertrauen ist eine häufige Ursache für starke Zukunftsängste. Deshalb ist die Arbeit an deinem Selbstvertrauen umso wichtiger. Führe dir statt deiner Schwächen immer wieder deine Stärken vor Augen. Erstelle eine Liste, in der du beide nebeneinanderstellst und dir Gedanken machst, wie sich deine Stärken positiv auf deine Zukunft auswirken können. Je größer das Vertrauen in dich selbst ist, desto kleiner wird deine Angst.

Setze die Zukunft ins Verhältnis

Menschen, die Angst vor Ungewissheit haben, malen sich oft das Schlimmste aus. Versuche also, ein wenig Abstand zu gewinnen und rücke deine Ängste in ein neues Licht. Wirf einen Blick auf die Vergangenheit und analysiere deine Ängste in ihrem jeweiligen Kontext. Wie oft ist das Worst-Case-Szenario tatsächlich eingetreten? Wie oft hast du positive Erlebnisse und Erfolge verzeichnen können? Vergleiche deine Ängste mit der Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich eintreten.

Führe z. B. ein kleines Gedankenexperiment durch: schreibe deine Ängste auf und überlege dir, was im besten Fall passieren könnte.

Entwickle Strategien, wie du positiv auf angsterregende Situationen reagieren kannst. Du hast beispielsweise Angst vor einem anstehenden Bewerbungsgespräch und davor, den Job nicht zu bekommen. Ist es nicht genauso wahrscheinlich, dass dir der Job angeboten wird? Vielleicht verstehst du dich prächtig mit deinem Interviewpartner und es entsteht eine neue Freundschaft. Und falls es diesmal nicht klappt, hast du deine Strategie im Hinterkopf: du hast eine Trainingseinheit hinter dich gebracht. Übung macht schließlich den Meister. Dein Interviewer ist sicherlich bereit, dir Tipps zu geben, was du beim nächsten Mal besser machen kannst.

Konzentriere dich auf das Hier und Jetzt

Gerade zu Zeiten der Corona-Krise hilft es, dich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren: was tust du jetzt in deiner Wohnung oder im Garten? Konzentriere dich auf deine aktuelle Aufgabe im Homeoffice oder das Gespräch, das du mit einem lieben Menschen führst. Grüble nicht darüber nach, was morgen oder in einem Monat passieren könnte oder was hunderte Kilometer entfernt passiert.

Um dich besser auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, kann es hilfreich sein, deinen Social-Media-Konsum zu reduzieren oder eine partielle Nachrichtensperre einzurichten. Social Media und Nachrichten lenken dich ab und fokussieren sich leider oft auf negative Ereignisse. Das regt zum Grübeln an, wirkt sich auf deine Zukunftsangst aus und holt dich aus dem Hier und Jetzt. Meditationen und Entspannungsübungen können ebenfalls helfen, im Hier und Jetzt zu bleiben.

Hilfe und Austausch bei Zukunftsangst

Wir können es nicht oft genug betonen: du bist mit deiner Angst vor der Zukunft nicht allein. Gerade in diesem Augenblick leiden viele Menschen an Zukunftsängsten und wie man so schön sagt, ist geteiltes Leid halbes Leid. Der wichtigste Tipp zum Umgang mit der Zukunftsangst ist also das Teilen derselben und der Austausch mit anderen. Hast du das Gefühl, dass deine Ängste Überhand nehmen und sich zu stark auf dein Alltagsleben auswirken? Dann ist es ratsam, dir professionelle Hilfe zu suchen. Diese kann viele verschiedene Formen annehmen und von Gruppentherapien bis hin zu Einzelsitzungen mit einem Therapeuten reichen.

Austausch zu Unsicherheiten mit Gleichgesinnten

Besonders im Bereich der Zukunftsängste und des Umgangs damit hilft es, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Isolation ist keine Lösung beim Umgang mit Zukunftsängsten. Es ist förderlich, Ängste zu konkretisieren und auszusprechen. Suche dir also ein vertrautes Umfeld, mit dem du deine Ängste teilen kannst: mit einem Freund, deiner Familie oder in einer Gruppe mit anderen Betroffenen. Likeminded bietet dir den geeigneten Ort, um sicher und vertraulich mit Anderen zu reden – alles unter der Leitung von psychologisch ausgebildeten Mentoren. Vereinbare noch heute einen Termin, um mehr darüber zu erfahren, wie Likeminded dir und deinem Unternehmen helfen kann, das psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu steigern.

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