5 HR-Herausforderungen 2024 und wie man sie effektiv bewältigt

18.12.2023

Wie wird die Zukunft von Human Resources (HR) aussehen? Welchen Herausforderungen muss sich HR stellen? Und welche Kompetenzen braucht es, um den Anforderungen im Jahr 2024 gerecht zu werden? In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die zukünftigen Herausforderungen für HR und die erforderlichen Kompetenzen für 2024.

Autor

Lisa Hartmann

Inhalt

Die aktuelle Transformation im Personalmanagement

Die voranschreitende Digitalisierung hat nicht nur Arbeitsprozesse verändert, sondern auch die Art und Weise, wie Unternehmen Mitarbeitende rekrutieren, entwickeln und binden. 

Gleichzeitig führt der Fachkräftemangel dazu, dass Unternehmen intensiver um hochqualifizierte Mitarbeitende konkurrieren. In dieser dynamischen Umgebung entsteht eine komplett neue Erwartungshaltung an das HR. 

Sie müssen nicht mehr nur über traditionelle Personalmanagement Kenntnisse verfügen, sondern auch über innovative, strategische sowie menschenzentrierte Fähigkeiten und Kompetenzen, um mit den Herausforderungen der Zukunft Schritt zu halten.

Diese Entwicklung wirft wichtige Fragen auf: Welchen aktuellen und künftigen Herausforderungen müssen sich das Personalmanagement stellen? Und welche neuen Fähigkeiten und Kenntnisse werden von HR-Expert:innen erwartet? Diese Themen sind von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, eine agile, talentorientierte Arbeitskultur zu schaffen, die sowohl den Unternehmenszielen, dem digitalen Wandel als auch den Bedürfnissen der Mitarbeitenden gerecht wird.

Das HR steht vor einem sich ständig verändernden und anspruchsvollen Umfeld, das von verschiedenen Herausforderungen geprägt ist. Diese Herausforderungen sind nicht nur aktuell, sondern werden sich auch in naher Zukunft weiterentwickeln, was eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung im HR-Bereich erforderlich macht.

Schauen wir uns die 5 wichtigsten Herausforderungen etwas genauer an. 

HR-Herausforderung 1: Volatiler Wandel

Die Geschäftswelt ist geprägt von einem volatilen Wandel, der sich durch rasch ändernde Marktbedingungen, Konsequenzen von Corona, politische Unsicherheiten und wirtschaftliche Schwankungen verursacht wird. Besonders die Belastungen durch die aktuellen Konflikte in Nahost und der Ukraine stellen eine große Herausforderung dar und werden auch 2024 noch präsent sein . 

HR-Herausforderung 2: Fachkräftemangel und Talentakquise

Der Wettbewerb um talentierte Mitarbeiter:innen wird intensiver, während gleichzeitig bestimmte Branchen einen Mangel an qualifizierten Fachkräften erleben. Talentmanagement ist im Zeitalter des sich verschärfenden Wettbewerbs entscheidend. Angesichts der Gig-Economy müssen Unternehmen eine hybride Belegschaft aus verschiedenen Arbeitskräften managen und gleichzeitig die benötigten Fähigkeiten für die Zukunft identifizieren. Die Studie "Creating People Advantage 2021" der Boston Consulting Group und dem World Federation of People Management befragte über 6.600 Teilnehmer aus 113 Ländern zum Thema Zukunft des HR. Dabei betonten 67 Prozent der Befragten die Notwendigkeit eines hochmodernen Ansatzes für das Finden, Verwalten und Pflegen von Mitarbeitenden mit hohem Potenzial. 

HR steht also vor der Herausforderung, innovative Rekrutierungsmethoden zu entwickeln, um die besten Talente anzuziehen und gleichzeitig eine langfristige Mitarbeiterbindung sicherzustellen. Dies erfordert nicht nur traditionelle Rekrutierung, sondern auch ein tiefes Verständnis für Employer Branding.

HR-Herausforderung 3: Digitalisierung und Technologischer Fortschritt

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, sondern auch die Erwartungen der Mitarbeitenden. HR muss nicht nur Technologien integrieren, um effiziente Prozesse zu gewährleisten, sondern auch sicherstellen, dass Mitarbeitende die digitalen Fähigkeiten besitzen, um in einer digitalen Welt erfolgreich zu sein. Die Einführung neuer Technologien ist eine Herausforderung. Nur 37 Prozent der befragten Unternehmen der "Creating People Advantage 2021"-Studie haben ausreichende digitale Tools und lediglich 31 Prozent verfügen über ein unterstützendes HR-IT-System.

Die Nutzung von KI, Datenanalyse und digitalen Kommunikationsplattformen wird also zunehmend zu einem Schwerpunkt für HR.

HR-Herausforderung 4 : Vielfalt und Inklusion

Die Vielfalt am Arbeitsplatz ist nicht nur eine ethische Notwendigkeit, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Innovationskraft eines Unternehmens. HR muss sicherstellen, dass Arbeitsumgebungen inklusiv sind und dass Vielfalt in allen Formen respektiert und gefördert wird. Dies erfordert die Entwicklung von Sensibilität und Verständnis für kulturelle Vielfalt sowie die Implementierung von Strategien, die ein inklusives Arbeitsumfeld schaffen.

HR-Herausforderung 5: Mitarbeiterzentriertes Arbeiten

In einer Zeit, in der immer mehr administrative Tätigkeiten von KI übernommen werden, gewinnen zwischenmenschliche Beziehungen und emotionale Intelligenz am Arbeitsplatz immer mehr an Bedeutung. Besonders die Volatilität und die damit einhergehende mentale Belastung (Mental Health) der Mitarbeitenden, erfordert immer mehr Feingefühl und Sensibilität für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Wer seine Mitarbeitenden nicht versteht, steigert nicht nur die Frustration, sondern auch den intrinsischen Wunsch, das Unternehmen zu verlassen. 

Insgesamt stehen HR-Expert:innen vor der Herausforderung, eine Balance zwischen den Bedürfnissen des Unternehmens und den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen zu finden. Durch neue HR-Kompetenzen kann eine positive Arbeitskultur geschaffen und gleichzeitig den Herausforderungen der heutigen und künftigen Arbeitswelt entgegnet werden.

Ansätze und  Kompetenzen, um die HR-Herausforderungen 2024 zu bewältigen

Bevor wir uns den spezifischen Kompetenzen zuwenden, ist es wichtig zu verstehen, was der Begriff "Kompetenzen" im Kontext von HR bedeutet. 

Kompetenzen sind nicht nur Kenntnisse oder Qualifikationen, sondern auch die Fähigkeit, diese in verschiedenen Situationen erfolgreich anzuwenden. Sie umfassen sowohl Hard Skills als auch Soft Skills. 

Hard Skills beispielsweise beschreiben die technischen, messbaren Fähigkeiten, die für eine bestimmte Aufgabe erforderlich sind, während Soft Skills die zwischenmenschlichen und sozialen Kompetenzen darstellen, die eine positive Arbeitsumgebung schaffen und eine effektive Teamarbeit ermöglichen.

Talentmanagement und Employer Branding 

Das zukünftige HR muss ein fortschrittliches Talentmanagement entwickeln, das auf die Bedürfnisse einer hybriden Belegschaft eingeht. Um talentierte Fachkräfte zu halten, bedarf es starker Fachkenntnisse im Bereich Talent Management und Employer Branding. Neben dem digitalen Aspekt werden besonders die Förderung von Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) sowie die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens eine große Rolle spielen. Dafür bedarf es starker interkultureller Kenntnisse und innovativen Weitblicks, um eine nachhaltige Lernkultur zu fördern. Mit diesem Know-how sensibilisieren sich HR-Expert:innen für die Bedürfnisse der Talente und können passende Maßnahmen einleiten, um Talente zu identifizieren, zu binden und weiterzuentwickeln.

„Employee-centric Ansatz“ (HR als Coach)

Ein bedeutender Trend ist der „Employee-centric-Ansatz“, der sich auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden konzentriert. Das HR entwickelt sich zu einem Berater für Mitarbeitende und Unternehmen. Besonders die Rolle von HR als Coach, welcher vermittelt, entwickelt, versteht und unterstützt, kann in Zeiten des Wandels als Anker gesehen werden.

Empathie und emotionale Intelligenz sind entscheidend, um Mitarbeitererfahrungen zu gestalten und Beziehungen aufzubauen. Dazu ist es wichtig Softskills wie aktives Zuhören, Einfühlungsvermögen, Teammanagement, sowie richtige Erkenntnisse ableiten und daraus Maßnahmen zu ergreifen, zu entwickeln.

HR als strategische Berater

Das HR wird sich in 2024 noch mehr zum Bindeglied zwischen Mitarbeitenden und der Unternehmensführung entwickeln. Sie sind Impulsgeber für die strategische Unternehmensausrichtung. Dazu bedarf es der Fähigkeit, strategisch zu denken sowie ein tiefes Verständnis für die Geschäftsziele. Dabei sollte ein:e HR-Expert:in in der Lage sein, Daten zu sammeln, zu analysieren und daraus Erkenntnisse abzuleiten.

Dies ermöglicht die Identifizierung von Trends, die für das Unternehmen relevant sind. In einer globalisierten Welt muss HR zudem über interkulturelle Kompetenzen verfügen. Dies ist wichtig für Unternehmen mit internationalen Teams oder Geschäftsaktivitäten.

Digitale Kompetenzen

Die Digitalisierung ist unaufhaltsam. HR-Expert:innen sollten in der Lage sein, moderne Technologien wie People Analytics, künstliche Intelligenz und cloudbasierte Anwendungen zu nutzen. Sie müssen in der Lage sein, digitale Tools effektiv zu nutzen und die Datenethik zu verstehen, insbesondere im Umgang mit sensiblen Mitarbeiterdaten. Die Sage-Studie „HR im Wandel - Ausblick auf 2024“ in welcher mehr als 1.000 Personalleiter und Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen weltweit befragt wurden, zeigt, dass 83 Prozent der befragten Personalleiter nicht über die richtige Technologie, sondern auch über die dazugehörigen technischen Kompetenzen verfügen. 

Fazit

Insgesamt wird HR im Jahr 2024 nicht nur als Unterstützer agieren, sondern als proaktiver Gestalter der Arbeitswelt. Durch einen ausgewogenen Ansatz, der technologisches Know-how, menschliche Sensibilität und strategische Weitsicht kombiniert, wird HR die Grundlage für eine erfolgreiche, motivierte und engagierte Belegschaft legen. Die Zukunft des HR liegt darin, eine Brücke zwischen Innovation und Menschlichkeit zu schlagen, um Unternehmen in eine stabile und nachhaltige Zukunft zu führen.

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