Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz: 6 Strategien, um Tabus zu brechen

2.12.2022

Sprichst du mit deinen Kolleg:innen und Vorgesetzten über deine mentale Gesundheit? Nein? Viele Unternehmen haben das Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz noch nicht enttabuisiert. Wir zeigen Strategien wie Arbeitgeber mit Vorurteilen zu psychischer Gesundheit umgehen können.

Likeminded Redaktion

Inhalt

Warum es wichtig ist, Vorurteilen, Diskriminierung und Scham entgegenzuwirken

Sprichst du mit deinen Kolleg:innen und Vorgesetzten offen über deine mentale Gesundheit? Nein? Dann ist dein Unternehmen eines von vielen, die das Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz noch nicht enttabuisiert haben. Über das emotionale Befinden scheint man in vielen Büros einfach nicht zu sprechen. Dabei wäre es so wichtig, Vorurteilen, Diskriminierung und Scham entgegenzuwirken. Außerdem erkennen genau in diesem Bereich renommierte Beratungsfirmen wie McKinsey großes Potenzial für Arbeitgeber:innen und -nehmer:innen.

Im folgenden Beitrag wollen wir dir ein wenig mehr darüber erzählen, woher die vielen Vorurteile gegenüber der Psyche des Menschen kommen und warum es so wichtig ist, dagegen anzukämpfen. Außerdem zeigen wir dir eine Kombination aus sechs erfolgversprechenden Strategien, die schon vielen Unternehmen langfristig zu einem effektiven Programm für die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden verholfen hat.

Zwei grundlegende Begriffe in Hinblick auf psychische Gesundheit sind Stigma (Plural: Stigmata) und Stigmatisierung. Diese woll wir erst einmal klären:

Was ist eigentlich Stigma und was versteht man unter Stigmatisierung?

Stigma ist „etwas, womit […] jemand deutlich sichtbar in […] negativer Weise gekennzeichnet ist und sich damit von anderen unterscheidet“.by Duden, 2021

Bei der Stigmatisierung weist man einer Gruppe von Menschen aufgrund bestimmter Merkmale – wie Alter, Geschlecht, körperliche Beeinträchtigung oder psychische Erkrankung – meist negative Eigenschaften zu. Depressiven Menschen wird zum Beispiel fälschlicherweise nachgesagt, faul, willensschwach und nicht leistungsfähig zu sein. Aufgrund Stigmata wie diesem sind Betroffene mit großen Vorurteilen und einer Diskriminierung konfrontiert, die persönlich, medial und gesellschaftlich tief verwurzelt sein kann. Psychische Erkrankungen werden beispielsweise in vielen Filmen immer noch vollkommen falsch dargestellt.

Die Folgen sind gravierend: Oft sind es genau diese Stigmata, die verhindern, dass sich Menschen, die sich an einem seelischen Tiefpunkt befinden, Hilfe holen. Was bleibt, ist Scham und Schweigen.

Ist der Kampf gegen die Stigmatisierung mentaler Gesundheit wirklich Unternehmenssache?

Fakt ist: Das Stigma rund um die mentale Gesundheit kann ein Unternehmen sowohl in seinen immateriellen als auch in seinen materiellen Werten enorm schädigen (Stichwort „Produktivitätsverlust“). Der Kampf lohnt sich also allemal. Laut Studien können Firmen mit entsprechenden Gesundheitsangeboten Krankenstände um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die Mitarbeiterzufriedenheit steigt und mit ihr die Mitarbeiterbindung. Angebote zur Förderung der mentalen Gesundheit können in Zeiten wie diesen sogar zum Alleinstellungsmerkmal im Employer Branding werden, denn 63 Prozent der Angestellten wünschen sich eine bessere mentale Unterstützung am Arbeitsplatz.

Was kann im Unternehmen gegen die Stigmatisierung mentaler Gesundheit am Arbeitsplatz getan werden?

Während die Programme für die körperliche Gesundheit der Mitarbeitenden und den Zusammenhalt im Team in vielen Unternehmen umfassend sind – von sportlichen Wettkämpfen über Teambuilding-Events bis hin zu Mitgliedschaften in Fitnessstudios – sind die Angebote für das mentale Wohlbefinden meist dünn gesät.

Um das Thema im Unternehmen auf eine solide Basis zu stellen, sollten Geschäftsführung und HR an mehreren Ecken ansetzen, am besten beginnend mit der Führungsebene:

1) Organisiert Trainings für Führungskräfte:
Ziel ist es, quasi „von oben“ ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen. Schult eure leitenden Angestellten im Erkennen von Stressfaktoren und Symptomen für Burn-out oder Depression bei sich selbst und in ihren Teams.

2) Bekämpft Diskriminierung jeglicher Form:
Von Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Sexualität bis hin zu psychischen Erkrankungen, fahrt eine Null-Toleranz-Schiene in Sachen Diskriminierung.

3) Bietet Trainings für Mitarbeiter:innen an:
Zeigt allen Angestellten, dass euch das Thema wichtig ist, und klärt über Symptome, Folgen und Lösungswege auf. So befähigt ihr Führungskräfte und Angestellte gleichermaßen, nicht nur sich selbst, sondern auch anderen im Unternehmen zu helfen.

4) Nutzt die einzigartige Sprache eures Unternehmens:
Verändert aktiv, wie in eurem Betrieb über psychische Gesundheit gesprochen wird. Fördert mit entsprechenden Aufklärungs- und Informationskampagnen einen offeneren Dialog am Arbeitsplatz.

5) Bietet Programme zur Förderung der mentalen Gesundheit als zusätzliche Benefits an:
Professionelle Plattformen, Apps oder Mental Health Days – die Möglichkeiten, euren Mitarbeiter:innen die Hürden auf der Suche nach Lösungen für ihre mentale Gesundheit zu nehmen, sind vielfältig.

Mentales Wohlbefinden gerade in Krisenzeiten wichtiger denn je

Die Vernachlässigung der mentalen Gesundheit ihrer Arbeitnehmer:innen hat Unternehmen bereits vor Corona Milliarden gekostet. Krankenstände und Produktivitätsverluste wären zu einem großen Teil vermeidbar gewesen, hätten sich Arbeitgeber:innen früher um das mentale Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden gekümmert. Mit der weltweiten Coronapandemie, sowie der nahenden Wirtschaftskrise und den damit verbundenen Lockdowns und Home-Office-Anforderungen, sowie der Angst vor Jobverlust & Co., rückte das Thema psychische Belastung wieder mehr in den Vordergrund. Knapp die Hälfte aller Deutschen berichtet seit Beginn der Krise vermehrt von Problemen mit dem Ein- und Durchschlafen. Angst vor Jobverlust, zunehmende Vereinsamung, mehr Stress im Alltag und Sorgen um die Gesundheit von Freund:innen und Bekannten mehren sich. Das wirkt sich in Folge auch auf die Arbeitsleistung der Menschen aus. Höchste Zeit also, sich verstärkt um die mentale Gesundheit aller Mitarbeiter:innen zu kümmern.

Wie Likeminded auch dein Unternehmen zum Vorreiter in Sachen mentaler Gesundheit macht

Eine Möglichkeit, sich als Unternehmen aktiv um das psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen zu kümmern ist unsere Likeminded Plattform. Sie entlastet nicht nur deine Kolleginnen und Kollegen in der Personalabteilung, sondern auch eure Führungskräfte. Als Firma habt ihr mit unserer Plattform individuelle Lösungen für all eure Mitarbeiter:innen an der Hand.

Die Erfolge, die innovative Firmen wie edding, CHRONEXT oder Zenjob mit dem Einsatz von Likeminded bereits verzeichneten, sprechen für sich:

  • Weniger Krankheitstage und eine höhere Produktivität, insbesondere in Zeiten von Remote-Work und wahrgenommenen Unsicherheiten
  • Höhere Mitarbeiterzufriedenheit dank individueller Betreuung in einem geschützten Rahmen ohne Interessenskonflikte
  • Stärkung der Employer Brand und Förderung einer offenen Unternehmenskultur, was wiederum den eigenen Talentpool sichert, da mit den zeitgemäßen, attraktiven Angeboten nicht nur bestehende Talente gehalten, sondern auch neue Talente bei Bedarf rascher ins Boot geholt werden können

Die Formate, die wir Unternehmen und Mitarbeitenden anbieten, sind alle anonym. Darunter:

  • 1-1-Gespräche über Video und Audio mit qualifizierten Psycholog:innen, um an individuellen persönlichen und beruflichen Themen zu arbeiten,
  • Gruppen-Workshops mit Gleichgesinnten unter der Leitung erfahrener Expert:innen, um gemeinsam berufsbezogene Themen zu behandeln,
  • „Listen & Learn“-Webinare zu Themen rund um das mentale Wohlbefinden, inklusive Fragerunden per Live-Chat.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass ihr mit Likeminded bis zu 30 Prozent aller Kolleg:innen erreicht. Zum Vergleich: Mit herkömmlichen Employee Assistance Programs (kurz EAPs) sind es durchschnittlich nur 2 bis 4 Prozent. Probieren lohnt sich also.

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