Glück am Arbeitsplatz: so können wir es fördern!

12.2.2024

Glück am Arbeitsplatz hat zahlreiche positive Auswirkungen sowohl auf persönlicher als auch auf organisatorischer Ebene. Glückliche Mitarbeiter:innen neigen dazu, produktiver, kreativer und engagierter zu sein. Diese Faktoren haben einen direkten Einfluss auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens! Erfahre jetzt, wie du Glück am Arbeitsplatz fördern kannst.

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Editorial Team

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Was genau bedeutet "Glück"?

In der Psychologie spricht man von "Glück", wenn unser Körper die Glückshormone Dopamin und Serotonin ausschüttet, zum Beispiel bei einem Erfolgserlebnis. „Es bedeutet, dass wir nicht ununterbrochen glücklich sein können", erklärt Kim Breuer, Psychologin und Mitgründerin von Likeminded. "Einem dauerhaften Ausstoß der beiden Glückshormone könnten wir nicht standhalten, das wäre nicht natürlich." 

Daraus ergibt sich die Abgrenzung des Begriffs der "Zufriedenheit". Aus psychologischer Sicht handelt es sich dabei nämlich – im Gegensatz zum Glück – um eine Art Lebenseinstellung. Das bedeutet, wir befinden uns damit mehr auf einer kognitiven und weniger auf einer emotionalen Ebene. Glück ist also tendenziell subjektiver und hängt stärker von den Empfindungen jedes und jeder Einzelnen ab. Im Gegensatz dazu ist Zufriedenheit nachhaltiger, da wir für sie keine Hormone benötigen.

"Glück am Arbeitsplatz fängt damit an, wie ich Glück als solches für mich definiere. Wenn ich weiß, was mir in meinem Leben wichtig ist, welche Werte und Bedürfnisse ich leben möchte, dann ist das ein guter und wichtiger Schritt in Richtung Glück und Zufriedenheit." sagt Simone Mählmann, Director Customer Advisory bei Sharpist zum Thema.

Sind wir am Ende also doch unseres eigenen Glückes Schmied? Während wir alle selbst herausfinden müssen, was uns im Leben – und bei der Arbeit – glücklich macht, können auch Unternehmen und Teams einen wichtigen Beitrag zu unserem Glück und unserer Zufriedenheit leisten. Die richtigen Rahmenbedingungen machen beruflich wie privat einen großen Unterschied und genau diese Bedingungen lassen sich aktiv gestalten – auf Unternehmens- genauso wie auf Team- und natürlich auch auf individueller Ebene.

Warum sind Glück und Zufriedenheit am Arbeitsplatz so wichtig

Die meisten von uns verbringen einen großen Teil ihres Lebens bei der Arbeit. Das macht Glück am Arbeitsplatz zu einem wesentlichen Faktor, wenn wir uns fragen, was wir für ein glückliches Leben brauchen. In Zeiten von Homeoffice und Remote Work wird es auch immer schwieriger, das Glück im Beruf und vom Privaten zu trennen (Stichwort Work-Life-Balance). 

Das bestätigen auch die Ergebnisse einer Studie von Stepstone: 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Stimmung am Arbeitsplatz auf ihr Privatleben auswirkt, und immerhin jede:r Dritte ist der Meinung, dass sich ein glückliches Privatleben positiv auf den Beruf auswirkt. Anhaltende Unzufriedenheit, Frustration und Stress können uns zudem physisch wie psychisch krank machen. 

Was Unternehmen vom Glück ihrer Mitarbeitenden haben

Die Wechselwirkung zwischen Beruf und Privatleben bedeutet für Arbeitgeber:innen, dass es sich auszahlt, die Menschen, die für sie arbeiten, auch in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern. Denn am Ende profitieren auch Unternehmen davon. Wie?

Glückliche Menschen:

  • sind engagierter, kreativer, produktiver und leistungsfähiger,
  • wechseln nicht so oft den Job und
  • melden sich seltener krank.

Außerdem fällt es Unternehmen, die für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit bekannt sind, leichter, sowohl bestehende Mitarbeitende zu halten als auch neue Talente zu finden und zu gewinnen.

Einflussfaktoren: 4 Gruppen von Faktoren beeinflussen unser Glück

Ob jemand glücklich und zufrieden ist, kann von vielen verschiedenen Faktoren abhängen. 

Für einen besseren Überblick lassen sich die Faktoren in 4 Gruppen unterteilen:

  1. Makrofaktoren:
    alles außerhalb des Beruflichen und des Privaten, wie die wirtschaftliche oder politische Lage im Land
  2. Unternehmensfaktoren:
    Arbeitsumfeld, Arbeitsbedingungen, Unternehmenskultur usw.
  3. Teamfaktoren:
    Zusammengehörigkeitsgefühl, Autonomie, Druck, Arbeitszeiten
  4. Individuelle Faktoren:
    Eigenmotivation, Selbstwirksamkeit, Sinnhaftigkeit der Arbeit, soziale und emotionale Anforderungen

Diese Einflussfaktoren spielen bei Unternehmen aktuell eine besonders große Rolle:

a) Unter den Makrofaktoren sticht aktuell die globale Unsicherheit hervor. Seit mehreren Jahren scheint sich Krise an Krise zu reihen. In einer 'Always-on'-Kultur, in der wir mit negativen Nachrichten ununterbrochen überflutet werden, fällt es vielen schwer, positiv zu bleiben. Die Unsicherheit, die Sorgen und der damit verbundene Stress können sich letztendlich sowohl privat als auch beruflich auswirken.

b) Bei den Unternehmensfaktoren scheint für viele die Führungskultur das Sorgenkind zu sein. Laut einer Studie von Businessolverwürden 92% der Mitarbeitenden eher bei ihrem Unternehmen bleiben, wenn ihre Vorgesetzten mehr Empathie zeigten. Probleme mit Führungskräften zählen immer noch zu den häufigsten Kündigungsgründen. Im Gegenzug heißt das: Gute Führung macht uns glücklich. Und für eine gute Führungskultur braucht es Führungskräfte, die gesundes Verhalten vorleben, eine gute Feedbackkultur pflegen, sich für ihre Teammitglieder interessieren, präsent sind und geleistete Arbeit anerkennen.

c) Zu den Teamfaktoren zählen es meist zwischenmenschliche Konflikte im Team, die zu Stolpersteinen auf dem Weg zum Glück werden. Wer mit einem oder mehreren Teammitgliedern im Alltag einfach kein Auskommen findet, fühlt sich am Arbeitsplatz häufiger unzufrieden. Hier liegt es nicht nur an der Führungskraft und HR, etwas zu ändern. Auch jede:r Einzelne sollte einen Beitrag zur Verbesserung solcher Situationen leisten.

d) Bei den individuellen Glücksfaktoren am Arbeitsplatz spielt vor allem der jeweilige Aufgabenbereich eine große Rolle. Sowohl Über- als auch Unterforderung sind dem Glück am Arbeitsplatz nicht zuträglich. Darüber hinaus können Aufgaben, die nicht zu den eigenen Fähigkeiten und Interessen passen, unser Glücksempfinden negativ beeinträchtigen. Zudem schätzen viele Mitarbeitende eine gewisse Gestaltungsfreiheit und übernehmen dafür gerne Verantwortung.

8 Ideen, wie Unternehmen für mehr Glück am Arbeitsplatz sorgen können

Es gibt verschiedene Hebel, die Unternehmen, Führungskräfte und HR in Bewegung setzen können, um das Glück und die Zufriedenheit der Belegschaft zu fördern:

  1. Vertrauen und Sicherheit vermitteln …
    … und in der Kommunikation Mut zur Ehrlichkeit und Transparenz beweisen. Das stärkt die Belegschaft und kann in Zeiten globaler Unsicherheit nicht nur Sorgen nehmen, sondern auch mehr Verständnis schaffen.
  2. Im Recruiting auf den Cultural Fit achten, …
    … statt nur auf Abschlüsse und Zeugnisse. Faktisches Jobwissen ist in den meisten Fällen einfacher zu vermitteln als kulturelle Faktoren und Werte.
  3. Aktiv an der Unternehmenskultur arbeiten …
    … allen voran der Führungskultur. Fördert die Resilienz und die Achtsamkeit eurer Führungskräfte sowie eine lebendige Feedbackkultur.
  4. Gemeinsame Ziele herausarbeiten …
    … und Mitarbeitenden helfen, den Sinn in ihren Tätigkeiten zu erkennen. Formuliert einen Purpose, eine Mission, eine Vision usw. für euer Unternehmen.
  5. Die Tätigkeitsbereiche der Mitarbeitenden abwechslungsreich gestalten …
    … und auf die Kompetenzen und Fähigkeiten des und der Einzelnen abstimmen.
  6. Lob und Anerkennung aussprechen …
    … und im Alltag großen Wert darauf legen, dass alle Mitarbeitenden für geleistete Arbeit Wertschätzung erhalten.
  7. Die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden fördern …
    … und der Belegschaft Unterstützung bei den Problemen in ihrem Leben anbieten, auch wenn diese nicht in direktem Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz stehen.
  8. Dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden haben, was sie brauchen, …
    … um ihre Arbeit gut erledigen zu können. Dazu gehört nicht nur die passende Ausstattung, sondern auch eine faire Entlohnung.

Was jede:r Einzelne für mehr Glück am Arbeitsplatz tun kann

Die Verantwortung für das Glück am Arbeitsplatz tragen die Arbeitgebenden nicht allein. Auch jede:r Einzelne ist zum einen mit ihrem oder seinem Verhalten für das eigene Glück verantwortlich und leistet zum anderen auch einen aktiven Beitrag zum Betriebsklima. 

Glück ist keine Fügung des Schicksals, wie Melanie Wagner, Country Managerin DACH bei der HR-Plattform HiBob, weiß: „Ich finde es spannender, herauszufinden, was eigentlich hinter dem Glück steckt.“

Hier ein paar Tipps, mit denen jede:r Einzelne zum Glück am Arbeitsplatz beitragen kann:

  • Finde zunächst für dich selbst heraus, was dich glücklich macht.
    Welche Aufgaben machen dir Spaß? Für welche Themen kannst du dich begeistern? Welche Aspekte sind dir beim Arbeiten wichtiger als andere?
  • Finde für dich den Sinn in dem, was du tust.
    Wer einen Sinn in seiner Tätigkeit sieht und das große Ganze (er)kennt, kann nicht nur mehr zum Erfolg beitragen, sondern fühlt sich nach getaner Arbeit auch zufriedener. Sollte dir nicht sofort klar sein, warum du eine bestimmte Aufgabe ausführen sollst, frag nach.
  • Identifiziere deine Stärken und baue sie weiter aus.
    Glücklich ist, wer sich weiterentwickeln darf, wer Neues lernen und Bestehendes ausbauen darf. Das motiviert und regt die Kreativität an.
  • Nimm dir immer wieder bewusst Zeit, um zu reflektieren.
    Was ist in der letzten Zeit gut gelaufen? Was könnte besser sein? Was stört oder belastet mich? Was möchte ich ändern?
  • Frage dich immer wieder, wofür du in deinem Leben dankbar bist.
    Studien haben mehrfach belegt, dass Dankbarkeit die Stimmung verbessern und glücklich machen kann.
  • Versuche, deinen Kolleg:innen mit Freundlichkeit und Wohlwollen zu begegnen.
    Ein netter Gruß, ein Wort der Anerkennung im Vorbeigehen oder eine Einladung zum gemeinsamen Lunch – kleine Gesten wie diese können im Arbeitsalltag einen großen Unterschied machen. Und am Ende fühlen wir uns auch selbst besser, wenn es uns gelingt, andere glücklich zu machen.
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